Das Original – was wirklich im Aula-Artikel steht

in Allgemein by

Seit 2015 geistert die Berichterstattung über einen Artikel in der den freiheitlichen zugeschriebenen Zeitschrift „Aula“ durch die Medien. Er wäre durch und durch antisemitisch und würde beweisen, dass in der FPÖ revisionistische und nazistische Gedanken salonfähig und an der Tagesordung wären. Angezettelt hat diese mediale Kampagne der grüne Abgeordnete Walser. Egal, wer über diesen Artikel berichtet, es werden stets nur Stichwörter zitiert, bestenfalls einmal ein Satz. Nicht ein einziges Medium in Österreich hat es bislang geschafft, diesen Artikel zu recherchieren und in voller Länge abzudrucken. Dabei gäbe es durchaus auch andere Inhalte zu zitieren. Beispielsweise den Kerninhalt: „Ungesühnt blieb der Massenmord an acht Hitlerjungen, die in Niederösterreich von zwei Mauthausen-Befreiten durch Kopfschuss liquidiert wurden.“ Warum hat das niemand zitiert, der inkriminierte Artikel ist eigentlich sehr kurz? Ansonsten gibt’s doch immer so lustige Bildchen – am allerliebsten aus geheimen Gerichtsunterlagen oder noch geheimeren Unterlagen aus Ministerien. Diese bringt man stets voll Stolz im Original abfotografiert und in voller Länge. 

Der „Hauptbeweis“ gegen die FPÖ (was auch immer diese mit dem Artikel zu tun haben soll) – wird in voller Absicht, mit vollem Bewusstsein nicht gezeigt? Was ist das für ein Journalismus? Es ist der Journalismus des Glaubens, nämlich eines Glaubens, der von den Gläubigen – also den Linken – ständig aktiv eingefordert wird. Linke wollen nicht wissen, sie verlangen auch nicht danach. Es reicht, wenn ein Vorbeter ein paar Stichwörter von sich gibt – im englischen Sprachraum nennt man dies auch Trigger – und alle brechen sofort wie befohlen in kollektives Zuweisen von Schuld, Beschimpfungen und Hass aus. Fragt man einen solchen nach dem Grund, wird er bestenfalls sagen „na das weiß doch jeder!“.  Fakten so aufzuzeigen, dass wirklich jeder weiß, worum es geht, sehe ich immer öfter als meine Aufgabe an. Stellvertretend für all die „anständigen und aufrechten“ Journalisten in den Medienhäusern. Oder sollte man sie vielleicht Copypaste-Lohnschreiberlinge nennen? Nur in voller Kenntnis aller Fakten kann sich ein neutraler Dritter ein eigenes Bild machen. Ist das nicht viel erstrebenswerter, als der blinde Glaube an die Redlichkeit von Journalisten, die sich nur zu gerne über andere erhöhen und für auserwählte, bessere Menschen halten, welche die Bevölkerung erziehen müssten?

Beim Artikel handelt es sich um eine Rezension

Zum einen handelt es sich bei dem Artikel von Fred Duswald um eine Rezension. Er reflektiert auf ein Buch von Ilse Krumpböck. Ich sympathisiere nicht wesentlich mit Herrn Duswald und finde seinen Schreibstil in dieser Rezension unnötig, einfältig bis schlecht. Soviel sei vorangestellt. Zudem bin ich davon überzeugt, dass ich in den letzten 10 Jahren meines publizistischen Wirkens öfter und intensiver für die Position Israels und der Juden Stellung bezogen habe, als jeder herkömmliche Linke in diesem Land. Das Existenzrecht Israels ist genauso unbestritten wie das Recht zur Selbstverteidigung. Was Hitlers nationale Sozialisten in der kurzen Zeit ihrer Schreckensherrschaft an unschuldigen Menschen verbrochen haben, ist schwer in Worte zu fassen. Ich diskutiere mit niemandem über die Zahl der im Holocaust ermordeten Menschen. Allein so eine Diskussion wäre primitiv. Eine sozialistische Diktatur, welche Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit der Massenvernichtung zuführt, verdient keinen Funken von Verständnis oder Sympathie.

Diese Distanzierung vermisse ich im Text von Herrn Duswald. Weder geringschätzige Begriffe wie „Kazetler“ noch „KZ-Fetischisten“ sind in irgendeiner Form journalistisch akzeptabel. Sie sind auch ganz klar persönliche Meinung – und persönliche Meinung kann rein von der Form her in einer Rezension gerne am Ende als solche gekennzeichnet präsentiert werden. Aber sicher nicht von der ersten bis zur letzten Zeile, das ist schlichtweg schlechter Stil. Wenn man allerdings die zweifellos vorhandene politische Färbung und Tendenz von Herrn Duswald beiseite lässt, dann ist der Artikel keinesfalls ein durchgehendes antisemitisches Pamphlet.

Vielmehr wird ein Buch beschrieben, in welchem Straftaten von ehemaligen KZ-Häftlingen recherchiert und aufgearbeitet wurden. Ich persönlich wusste nicht, dass es KZ-Häftlinge gab, die nach ihrer Befreiung Straftaten begingen. Dieser Umstand war mir neu und mir fehlt das historische Hintergrundwissen, um den Wahrheitsgehalt zu beurteilen. Alle KZ-Häftlinge als Räuber, Verbrecher und Mörder darzustellen ist sicherlich nicht zulässig. In dem Artikel und wohl auch im Buch, das mir nicht vorliegt, scheint es vor allem aber um einen Massenmord an möglicherweise unschuldigen Jugendlichen zu gehen.

Unschuldige hinzurichten ist niemals moralisch legitim

Was wir historisch völlig unstrittig und gesichert wissen, ist die Tatsache, dass Hitlers nationale Sozialisten jeden wehrfähigen Mann in den Kriegsdienst zwangen. Dagegen konnte man sich nicht wehren, es hätte letztendlich die Konsequenz der Ermordung nach sich gezogen, gegebenenfalls die Sippenhaft und die Ermordung weiterer Angehöriger. Jeder Linke, der heute, 70 Jahre nach dem Weltkrieg, diesen ganz stolz durch seinen unglaublichen Anstand im Alleingang verhindert hätte, wäre in Wahrheit wohl eher auch der Wehrmacht „beigetreten worden“. Man denkt dann doch etwas anders, wenn man in eine Gewehrmündung blickt und die einzige Alternative für das Überleben ist, mitzumachen. Bei den Kindern und Jugendlichen, über welche in diesem Artikel berichtet wird, kann man ruhig davon ausgehen, dass sie wie alle Kinder und Jugendliche nicht die Erkenntnisfähigkeit haben konnten, dieses System abzulehnen. Noch viel weniger hatten sie die Chance, die Einberufung zu verhindern. Es gibt keine moralische Legitimation dafür, acht Unschuldige hinzurichten. Ganz egal, welches Leid einem zuvor selbst widerfahren ist. Mord bleibt Mord, Massenmord bleibt Massenmord – und die Ermordung wehrloser Kinder und Jugendlicher wird durch keine ach so erhabene moralische Überlegung besser. Diesen Massenmord zu legitimieren würde im Endeffekt auch die Tat Breiviks legitimieren, der sich ebenso an wehrlosen Jugendlichen ausgetobt hat, um ein politisches Statement zu machen.

Vorgeworfene Inhalte teilweise zeitgenössische Zitate

Einige Inhalte, welche man dem Autor Duswald vorwirft, sind gar nicht von ihm. Beispielsweise der oft in Teilen oder Stichworten zitierte Satz „Die ärgste Plage waren die Kazetler, die aus dem Konzentrationslager Mauthausen herstammten.“ Völlig unreflektiert hat jedes Medium, angestachelt vom Grünen Walser, berichtet, dass man in der Aula KZ-Befreite pauschal als Plage bezeichnen würde. Vielmehr wahr ist, dass es sich bei diesem Satz um ein Zitat aus einer Pfarrchronik jener Zeit handelt, welches auch als solches gekennzeichnet ist.

Mich persönlich rührt die Geschichte über die ermordeten Jugendlichen. Sie verändert mein Bild vom Weltkrieg. Man muss sich vorstellen, der Krieg ist aus, wenige haben überlebt von Hitler zur Front abkommandiert worden zu sein und sinnlose Tode zu sterben. Verwandte, Mütter, haben die Hoffnung ihre Lieben, ihre Kinder lebend wiederzusehen. Und dann werden diese nach Kriegsende sinnlos ermordet. Das ist ein tragisches Geschehen und darüber sollte man berichten dürfen. Krieg ist nie sauber, nie einseitig, entspricht nie der Menschenwürde. In jedem Krieg werden von allen beteiligten Seiten Taten verübt, die man im Nachhinein als Kriegsverbrechen qualifizieren muss. Der 2. Weltkrieg ist hier keine Ausnahme.

Absichtliche Tatsachenverdrehung

Ich unterstelle den Medien, dass sie die Rezension in der Aula deshalb niemals vollständig gebracht haben, weil genau das verhindert werden sollte, was es bei mir bewirkt hat. Man soll kein Mitleid mit Opfern des Krieges entwickeln, die laut allgemeinem Narrativ „auf der falschen Seite“ standen. Meiner Meinung nach kann man aber mit beiden Seiten der Opfer Mitleid empfinden. Und man könnte auch die Überlegung zulassen, ob man Täter oder Opfer war, wenn man mit Androhung der Ermordung von sich und den Seinen in einen Kriegsdienst gezwungen wird – ohne selbst weitere Tathandlungen zu setzen.

Ich unterstelle den Journalisten Österreichs weiterhin, dass 99% von jenen, welche über diesen Aula Artikel berichtet und dabei die FPÖ verdammt haben, diesen Originalartikel niemals gelesen haben. Manche von ihnen geben dies auch durchaus zu. Die Frage ist: Vertraut man Journalisten wirklich, die solche heiklen Sachverhalte nur abschreiben, im Speziellen aus der Presseaussendung eines Grünen abschreiben, anstelle sich zuerst durch sehr einfache Recherche zu informieren?

Machen Sie sich selbst ein Bild:

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*